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Hyperhidrose- Wenn Schwitzen zur Qual wird

Viele Menschen leiden unter übermäßigem Schweißfluss. Was dagegen hilft

Eigentlich handelt es sich um einen ganz natürlichen Vorgang der Wärmeregulation:

Steigt die Körpertemperatur, zum Beispiel durch Anstrengung oder eine zu warme Umgebung, versucht der Organismus gegenzusteuern. Spezielle Drüsen in der Haut sondern Schweiß ab, und der Verdunstungseffekt kühlt den Körper – die Temperatur sinkt. Bei manchen Menschen setzt die Schweißproduktion aber auch unabhängig von der Wärmeregulierung ein. Oft sind sie nur nervös oder aufgeregt, doch manch mal steckt auch mehr dahinter. Es gibt eine Reihe von Störungen, die zu verstärktem Schwitzen führen, zum Beispiel chronische und fieberhafte Infekte, aber auch einige innere und neurologische Erkrankungen. Kann ein Arzt diese ausschließen, liegt möglicherweise eine primäre Hyperhidrose vor. So nennen Experten die verstärkte Schweißproduktion, die bei ansonsten gesunden und meist jungen Menschen sogar an kühlen Ta gen und ohne Anstrengung mehrmals täglich auftreten kann. Die meisten schwitzen unter den Achseln, viele nur an den Handflächen oder Fußsohlen, manchen rinnt der Schweiß dagegen von Stirn oder Schläfen. Typisch für eine solche Hyperhidrose ist, dass das Leiden schon im Kindes- und Jugendalter beginnt. Auch spielt teilweise die genetische Veranlagung eine Rolle, denn sehr häufig leiden noch weitere Familienmitglieder unter Hyperhidrose.

Mit Aluminium behandeln Betroffene kennen das Phänomen meist sehr gut und wissen oft auch, in welchen Situationen der Schweiß rinnt. Trotzdem können sie den Fluss nicht stoppen. Im Gegenteil: Weil ihnen das Schwitzen unangenehm ist, steigern sie sich hinein, was das Problem eher noch verstärkt. Wie stark die Schweißbildung ausgeprägt ist, kann der Arzt mithilfe bestimmter Diagnosemethoden nachweisen. Für die Behandlung des Leidens, das die Lebensqualität der Betroffenen oft stark einschränkt, gibt es mehrere Möglichkeiten. Den meisten hilft die Behandlung mit einem Aluminiumchlorid-haltigen Mittel, das die Kanäle der Schweißdrüsen verschließt. Wichtig ist, dass man die Lösung abends vor dem Schlafengehen aufträgt. Tagsüber könnte der rinnende Schweiß das Mittel schnell wieder herauswaschen, bevor es wirkt. Auf frisch gewaschene oder rasierte Haut sollte man es nicht auftragen, da es die Haut reizt. Zudem zieht man besser ältere Kleidung an, weil das Aluminiumchlorid auch die Fasern angreifen kann. Wer unter einer verstärkten Schweißproduktion an Händen oder Füßen leidet, kann auch von einer Behandlung im Gleichstrombad (Iontophorese) profitieren. Man muss diese aber dauerhaft mehrmals pro Woche für etwa 15 Minuten zu Hause durchführen. Das halten viele nicht durch. Entsprechende Geräte bekommt der Patient anfangs leihweise von der Klinik zur Verfügung gestellt. Kommt er gut damit zurecht, kann er ein eigenes von der Kasse erstattet bekommen.

Botulinumtoxin gegen Schweiß

Gegen übermäßige Schweißbildung in der Achselhöhle gilt die Injektion von Botulinumtoxin als Mittel der Wahl. Etwa sieben Monate lang hat der Patient dann Ruhe, weil die Schweißproduktion auf etwa ein Sechstel reduziert wird. Eine entsprechende Behandlung an Händen und Füßen wirkt nicht ganz so lange, ist weitaus schmerzhafter und muss zudem selbst bezahlt werden, da das Arzneimittel dafür nicht zugelassen ist. Alternativ können Menschen, die stark am Kopf schwitzen, bestimmte Medikamente (Anticholinergika) nehmen. Diese rezeptpflichtigen Präparate hemmen die Wirkung des Botenstoffs Acetylcholin, der unter anderem die Schweißdrüsen anregt. Sie weisen allerdings viele Nebenwirkungen auf. Für schwere Fälle können Operationen in Betracht gezogen werden, die Experten jedoch skeptisch betrachten: Manche OP-Methoden sind komplikationsreich, außerdem reagiert der Körper nicht selten mit einer verstärkten Schweißproduktion an anderen Körperregionen. Ob diese Risiken in Kauf genommen werden sollten, müsse immer im Einzelfall geklärt werden.

Tricks um den Schweiß zu stoppen:

Stress mindern: Entspannungstechniken wie Yoga, progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder autogenes Training lassen sich in Kursen erlernen.

Milde Ernährung: Heiße oder scharfe Speisen können Schwitzattacken auslösen. Weichen Sie auf andere Nahrungsmittel aus.

Sport treiben: Wer durch regelmäßige sportliche Betätigung die Wärmeregulation des Körpers trainiert, schwitzt in anderen Situationen weniger. Hilfe suchen: Manche Hautkliniken bieten Hyperhidrose-Sprechstunden an. Darüber hinaus ist der Dermatologe ein guter Ansprechpartner.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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